Referenzbeispiel: Investorengewinnung für ein Unternehmen aus der Softwarebranche

Wie findet ein etabliertes technisches Softwarehaus einen Investor, um Wachstum zu finanzieren und alte Kapitalgeber auszubezahlen?

Herausforderung

Das seit jeher innovative Familienunternehmen war nach 30 Jahren des Erfolgs in Schieflage geraten und befand sich in einer akuten Notlage: Das über Jahrzehnte etablierte Lizenzgeschäft war stark rückläufig und erwirtschaftete kaum noch Überschüsse. Ein neues Geschäftsfeld war vor einigen Jahren gestartet worden: Statt dem Verkauf klassischer Softwarelizenzen wurden den Kunden hier monatliche Nutzungsentgelte, eine Art „Miete“, berechnet. Jedoch war dieses noch nicht ausreichend entwickelt bzw. nicht profitabel. Die Finanzlage war wegen hoher Zinslasten extrem kritisch. Der derzeitige Kapitalgeber wollte sich daher zurückziehen. Außerdem plante der Unternehmer mit einem Horizont von fünf Jahren in Ruhestand gehen zu wollen.
Der fachlich sehr versierte aber in Bezug auf die Kapitaleinwerbung unerfahrene Unternehmer benötigte konzeptionelle Unterstützung bei der Wahl des besten Vorgehens, der Suche nach möglichen Investoren und den letztlich zu führenden Verhandlungen.
Zwischenmenschlich war dieses Projekt besonders herausfordernd, da es zwar formell vom Unternehmer aber de facto vom damaligem Kapitalgeber in Auftrag gegeben wurde. Beide hatten diametral unterschiedliche Interessen. Der Unternehmer wollten geduldig den Unternehmenswert maximieren, während der Kapitalgeber auf einen schnellen Ausstieg ohne Rücksicht auf Verluste hinwirkte.

Vorgehen

Zuerst wurde in einer detaillierten Verkäufer-Due-Diligence die aktuelle Lage des Unternehmens analysiert. Audits vor Ort in allen kaufmännischen Bereichen des Unternehmens, Kunden- und Experteninterviews sowie die Aufarbeitung der Sales-Pipeline brachten Klarheit über die Risiken, die potentielle Kapitalgeber als kritisch ansehen würden. Kurzfristig konnten so verschiedene Optimierungsmaßnahmen identifiziert und umgesetzt werden, die sich positiv auf Unternehmenswert und die Verkäuflichkeit auswirkten.
Der zweite Teil des Projektes war die Suche nach Investoren. Hierfür wurden zunächst eine Geschäftsplanung mit konkreten Maßnahmen und eine darauf aufbauende Unternehmensbewertung in verschiedenen Szenarien erstellt. Daraus wurde eine Kurzpräsentation (Teaser) und ein ansprechender Prospekt gestaltet. Anschließend wurden potentielle Investoren identifiziert und diskret kontaktiert. In anonymen Gesprächen konnte eine Vorauswahl mehrerer vielversprechender Kandidaten getroffen werden und diese dem Unternehmer vorgestellt werden.
In der dritten Projektphase wurden die Gespräche und Verhandlungen zwischen dem Unternehmer und den Interessenten moderiert und der Bieterwettbewerb bis hin zum Abschluss der Transaktion begleitet.

Ergebnis

Die Erwartungen der Auftraggeber an den Verkauf konnten deutlich übertroffen werden. Die Befürchtung, gezwungen zu sein, das erstbeste Angebot anzunehmen, bewahrheitete sich nicht. Stattdessen kam es zu einem Bieterwettbewerb zwischen drei namhaften Unternehmen. Diese gipfelte in der Übernahme eines signifikanten Gesellschaftsanteils (>50%) durch einen Weltmarktführer. Alle Gläubiger konnten so bedient und der bisherige Investor voll ausgezahlt werden. Der Unternehmer erhielt ein attraktives Vertragsangebot, weiterhin die Geschäfte bis zum Ruhestand zu führen.
Neben dem Kapital brachte der neue Investor auch seine Vertriebsstrukturen ein, um den neuen Geschäftszweig nachhaltig weiterzuentwickeln. Bereits ein Jahr nach der Transaktion hatte sich das Projektvolumen vervielfacht und das Unternehmen befand sich auf einem nie da gewesenen Wachstumskurs.