Oberbürgermeisterwahl Köln: 9 Ideen für die Zukunft

Jan Dominik Gunkel berichtet aus dem Alltag: Hierbei nutze ich meinen Blog nicht nur für fachliche Beiträge, sondern auch, um aus meinem Leben zu berichten. – Viel Spaß beim Lesen!

Ein nasser Herbst. Trotzdem flimmert die Luft. Ein neuer Oberbürgermeister wird gewählt. Eigentlich ist dies kein politisches Blog, doch als Enkel eines schwäbischen Bürgermeisters ? erfordert die Situation einen Kommentar. Es scheint nur zwei ernsthafte Kandidaten bei der Oberbürgermeisterwahl Köln zu geben: Henriette Reker und Jochen Ott. Zeit sich mit deren Programmen auseinanderzusetzen. Leider findet sich auf den Websites zwar viel Text, aber wenig Pack-an. Doch genau das brauchen wir: Politik, die anpackt, damit Köln die Stadt für Menschen, Familien und Unternehmen wird. Also habe ich von Frau Reker Material angefordert. Genauer gesagt einen ihrer drei Masterpläne, von den sie auf ihrer Website spricht. Leider habe ich zwei Tage später von ihrem Mitarbeiter nur eine Antwort per Mail bekommen, dass Frau Reker gerade sehr beschäftigt sei und er ihr meine Anfrage in Kürze erst vorlegen werde. Eine weiter Woche später habe ich dann die Antwort erhalten, deren zentralen Teil ich hier zitiere:

„Eine Zusendung der verschiedenen Masterpläne kann momentan nicht stattfinden. Ihr Wunsch nach konkreten und detaillierten Vorschlägen ist berechtigt; vor einer politischen Entscheidung sollen aber zunächst einmal alle beteiligten Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden. Haben Sie weitere Fragen?“

Von Herrn Ott gibt es das Wahlprogramm der SPD gleich zum Download für alle. Die SPD in Köln kennen wir ja bereits aus der Amtszeit von Herrn Roters. Welche Akzente Herr Ott wohl setzen möchte? Heute Abend werde ich die Gelegenheit haben, die beiden Kandidaten bei einer Veranstaltung persönlich zu treffen. Bis dahin hier ein paar Gedanken zur Diskussion, wie wir Köln fit für eine glänzende Zukunft machen. Ich selbst habe zur Kommunalpolitik aktuell keine tiefere Beziehung außer der Bürgerpflicht und kann mich auch nicht für die Vollständigkeit und geprüfte Durchführbarkeit dieser Thesen verbürgen. Es gibt auch Bereiche des Kölner Lebens, die mir verschlossen sind, daher freue mich umso mehr auf eine rege Diskussion, die die Ideen fundiert, ausbaut und weiterbringt. Aber nun zu den Ideen:

1. Köln braucht die klügsten Köpfe.

  • Keine Gewerbesteuer bei Ansiedlung und Gründung von Unternehmen für das erste Jahr mit Gewinn innerhalb der ersten 3 Jahre (Ansätze hierzu finden sich auch bei Frau Reker.)
  • Förderung der Universität (Hier bin ich mal gespannt auf Ideen von euch.)
  • Gezielte Förderung und Integration von Immigranten, um dauerhaft Bleibenden schnell zu ermöglichen, einen Beitrag zu leisten und um Rückkehrern in ihrer Heimat bessere Chancen zu verschaffen, sowie den Ruf von Köln und Deutschland in der Welt zu verbessern
  • Etablierung eines städtischen Schulkonzepts von Weltrang (Wie wir das genau machen, müsste ich noch ausarbeiten.)
  • Zügiger Ausbau der Kitas, damit jedem Antrag auf Kita auch sofort ein Platz zugewiesen werden kann

2. Köln muss attraktiv sein für Menschen, Familien und Unternehmer.

  • Alle Verwaltungsprozesse transparent nachverfolgen und optimieren (Ansätze finden sich bei Reker und Ott)
  • 99% aller Anträge an die Stadt innerhalb von 48h entscheiden
  • Videokonferenzen mit Behörden ermöglichen, um Verkehr auf und zu Ämtern zu reduzieren
  • Vergünstigte Eintritte in sämtliche öffentliche Einrichtungen der Stadt für Kölner mit Erstwohnsitz
  • Schaffung weiterer Grünflächen zum familientauglichen Flanieren und mit Sitzbänken in der Innenstadt
  • Sanierung und Ausbau der baufälligen bzw. jüngst rückgebauten Spielplätze

3. Köln braucht Wohn- und Arbeitsraum für alle Einkommensklassen.

  • Alle Bebauungspläne insbesondere in Bezug auf die Höhenbegrenzungen abschaffen und von null an neu gestalten, mit dem Ziel baulich ansprechenden, funktionalen und bezahlbaren Raum für die Menschen, Familien und Unternehmen zu schaffen, der historische Bauwerke angemessen integriert aber nicht priorisiert
  • Schaffung von Anreizen zur Renovierung von verkommenen Nachkriegsfassaden, um das optische Stadtbild freundlicher zu gestalten

4. Köln braucht Einnahmen, um den maroden Stadthaushalt zu sanieren und bürgerfreundliche Investitionen zu tätigen.

  • Identifizierung von Einsparungsmaßnahmen in Höhe von 5%-10% des Stadthaushaltes
  • Mehr Unternehmen ansiedeln durch Schaffung eines zielorientierten Stadtvertriebs – nicht nur ein breit streuendes Stadtmarketing
  • Schwarzarbeit bekämpfen und Erlöse in die Stadtkasse überführen
  • Einführung einer Abgabe je in Köln angemeldeten Fahrzeug pro Jahr. Gleichzeitig kostenloses Anwohnerparken für Fahrzeuge mit Kölner Kennzeichnen
  • Einführung einer auf drei Jahre befristeten Stadtsteuer von 1% auf alle umsatzsteuerpflichtigen Umsätze mit Endverbrauchern

5. Köln braucht Stadtmäzene und Bürger.

  • Ein Spendenaufruf an alle wohlhabenden Kölner einen Teil ihres Vermögen und ihrer Zeit für die Ziele ihrer Stadt zu stiften
  • Menschen in die Pflicht nehmen, für die Stadt zu sorgen – und Freiräume dafür schaffen, anstatt Masterpläne, wo die Stadt-Regierung alles vorgibt

6. Köln braucht gesunde Mobilität.

  • Kostenlose Nutzung der KVB für alle in Köln gemeldeten Personen (Oder sogar für alle, dann könnte man sich Automaten und Kontrolleure sparen.)
  • Prompte Sanierung und Ausbau der Kölner Brücken
  • Zügige Fertigstellung der U-Bahn-Linie 5, Verlagerung der Ring-U-Bahn unter die Erdoberfläche unter anderem zur Schaffung eines grünen Barbarossaplatzes
  • Schaffung eines Radwegnetzes, das sicheres Radfahren ermöglicht, ohne den Autoverkehr zu behindern (Ansätze finden sich bei Frau Reker)
  • Bau eines Expresstunnel-Netzes unter der Stadt für den Autoverkehr, um Verkehrsbrennpunkte zu entlasten
  • Flächendeckende Errichtung von Elektrotankstellen

7. Köln investiert in Köln.

  • Attraktive Infrastruktur kostet Geld. Beauftragt werden sollen Unternehmen mit Sitz in Köln, selbst wenn diese in gewissem Rahmen teurer sind. Ihre Gewinne fließen schließlich über Gewerbesteuer zurück in die Stadtkasse. (Ansätze finden sich auch bei Frau Reker.)

8. Kölner sind glücklich.

  • Nicht jeder kann das alleine. Darum Hilfe für Obdachlosen durch kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten und weiterer Betreuung bei der Suche nach Auswegen
  • Übernachtungen in öffentlichem Raum verbieten, da diese den Stadtfrieden stören
  • Entzug der Konzessionen für Automatenspielbetriebe, da es sich hierbei effektiv um Vermögensumverteilung von unten nach oben handelt

9. Kölner wollen wissen, was passiert.

  • Der Oberbürgermeister sollte alle drei Monate einen Statusbericht an Bürger zu seinen Zielen und deren Erreichungsgrad abgeben, z.B. als Videocast

Für den 18. Oktober rechnen wir mit der Oberbürgermeisterwahl Köln. Frau Reker, Herr Ott, nutzen Sie das Vertrauen, das die Kölner Menschen, Familien und Unternehmen in Sie stecken werden. Köln hat noch viel vor!

Jan Dominik Gunkel
Geschäftsführer
Jan Dominik Gunkel ist Strategieexperte für Markterfolg in der digitalisierten Welt. Wenn wir Sie bei den Herausforderungen auf dem Weg durch die digitalisierte Welt begleiten können, sprechen Sie uns gerne an.

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