Wie mein BMW Z4 E85 3.0si aus den USA nach Deutschland kam

Jan Dominik Gunkel berichtet aus dem Alltag: Hierbei nutze ich meinen Blog nicht nur für fachliche Beiträge, sondern auch, um aus meinem Leben zu berichten. – Viel Spaß beim Lesen!

Die Ampel springt auf grün. Duft des amerikanischen Roadster-Gummis in der Nase. Freude am Fahren in Köln mit dem BMW Z4 3.0si – aus den USA selbst importiert und umgerüstet.

Nachdem ich 2012 bei meinem Umzug aus den USA nach Deutschland meinen BMW Z4 E85 mitgebracht habe, werde ich immer wieder gefragt, warum, wieso und vor allem wie das überhaupt geklappt hat. Über die vielen Widrigkeiten und Wege zum vorläufigen Happy End möchte ich hier berichten. Vielen Dank an alle, die mir in meiner anfänglichen Naivität geholfen haben.

Wieso einen BMW Z4 nach Deutschland bringen? 

2002 im Sommer sah ich ihn auf der Charlottenstraße in Stuttgart in Fahrtrichtung Innenstadt zum ersten Mal. Er war noch rassiger, noch lauter, noch schärfer als in meinen Vorstellungen. Seit diesem Tag hatte ich ein neues Traumauto. Ein Ziel – für einen 22jährigen Studenten in Deutschland unerschwinglich.
Als ich 2009 in die USA zog, war für mich klar, beim damals günstigen Dollarkurs, den ohnehin auf der anderen Seite des Atlantiks günstigeren Wagen kaufen zu müssen. Wie hätte ich mir sonst noch in die Augen schauen können?

Ende 2011 – nach 3 Jahren der gemeinsamen Freude am Fahren – als meine Rückkehr nach Deutschland feststand, füllte sich mein Herz mit Wehmut über die anstehende Trennung. Was sollte ich denn stattdessen in Deutschland fahren? Klar es gab ein neues Modell vom BMW Z4, den E89, doch gefiel es mir nicht halb so gut und es war gleichzeitig doppelt so teuer. Ich entschied also kurzer Hand eine Mitnahme zu prüfen. Hoffnung keimte!

Wie könnte es denn gehen?

Meine mehrfachen Anfragen an BMW, wie und ob das möglich sei, liefen jedoch allesamt ins Leere. Natürlich wollte man lieber in Deutschland wieder einen Wagen verkaufen. Daher wurde ich maximal abgeblockt. Es ging wohl nicht.

Mein Vater hatte mir als kleinem Jungen immer gepredigt: „Geht nicht, gibt’s nicht.“ Doch wo sollte ich anknüpfen?
Im Autohaus hatte ich gesehen, dass die damals aktuellen Modelle des BMW Z4 E89 in den USA und Deutschland unterschiedliche Luftzuführung im Front-Schweller hatten. Nach kurzer Recherche stellte sich heraus, dass Autos für den US-Markt von BMW lokalisiert oder bös‘ gesagt vereinfacht werden.
Klar, in Deutschland fährt man ein paar Stunden jenseits der 200km/h. In USA dürfen von Rechtswegen die 130 km/h nicht mal erreicht werden. Das war ein ziemlicher Dämpfer, denn während sich ein Rückspiegel und andere offensichtliche Details wohl mit überschaubarem Aufwand umrüsten lassen, wäre das eine Modifikation von epischer Größenordnung.
Google war der bester Freund meines Insistierens und so fand ich den Online-Teilekatalog. Über einen nächtelangen Abgleich ermittelte ich, dass bei meinem Modell, das bereits 2007 gebaut wurde, die Teilgleichheit an den wesentlichen Komponenten gegeben war. Also war der Plan „back on“, wie die Amerikaner sagen.

Folgendes plante ich umzurüsten:

  • Seitenspiegel Fahrerseite: Da der US-Vergrößerungsspiegel dort aus meiner Sicht völlig nutzlos war und mehr toten als lebenden Winkel bescherte, musste der schnell ausgetauscht werden. Den neuen Spiegel (Teilenummer 51 16 7 112 583, Preis 138 USD) bestellte ich mir noch in USA bei eBay. (Heute weiß ich, dass er in Deutschland beim Händler billiger gewesen wäre…) Einfach anklipsen und fertig. Meine Hoffnung zehrte nun von mehr als nur meinem naiven Optimismus.
  • Warndreieck und Verbandkasten: Diese müssen für den TÜV vorhanden sein. Wie ich gesehen habe, legen viele bei Importwagen diese dann einfach in den Kofferraum, doch ich wollte die Originalpositionen mit Befestigungen. Also besorgte ich mir die entsprechenden Ersatzteile für das Warndreieck im Kofferraum (Warndreieck: Teilenummer 71 60 1 095 457, Preis 17,89 EUR – gibt’s mittlerweile nur noch auf eBay; Haltebänder: Teilenummer 51 47 8 398 113 Preis 9,99 EUR für zwei Stück) und das Fach unter dem Beifahrersitz für den Verbandkasten (Fach: Teilenummer 52 10 7 044 958, Preis 14,99 EUR; Halterung: Teilenummer 52 10 7 045 018, Preis 5,79 EUR; Verbandkasten: Teilenummer 52 10 9 164 602, Preis 30,99 EUR). Oh und was sah ich? Man kann das baugleiche Fach auch unter den Fahrersitz bauen. Geschickt. So hatte ich eine zusätzliche Ablage.
  • Beleuchtung: Hier fand ich heraus, dass man das Licht irgendwie umcodieren lassen kann und lediglich eine Nebelschlussleuchte nachgerüstet werden muss. Online fand ich einen Umrüster in Deutschland, der mir zusagte, die entsprechende Änderung durchführen zu können. Ein zusätzlichen Schalter im Cockpit war einzubauen und eine Leitung an die Heckbeleuchtung zu legen, um dort ein neues Birnchen anzusteuern.

Der Aufwand, das umzurüsten klang nun wirklich überschaubar.

Für die Zulassung würde ich noch eine Vollabnahme durch den TÜV benötigen (Preis 144 EUR). Der TÜV Nord macht einem hierzu eher Sorgen. Allerdings stellt sich der Import für ein Auto von einem deutschen Hersteller etwas einfacher dar. Hierzu musste von BMW ein Technisches Datenblatt vorliegen. Dieses bestellte ich bereits aus USA über einen BMW-Händler meines Vertrauens (Baum Automobile in Bad Neuenahr-Ahrweiler) für 178,50 EUR.
Außerdem konnte der BMW Z4 in Deutschland mit US-Zulassung noch 29 Tage fahren, da ich mir eine entsprechende „Grenzversicherung“ beim ADAC für 105 EUR kaufte. Diesen knappen Monat würde ich auch benötigen, um die verschiedenen Modifikationen durchführen zu lassen.

Um auch wirklich auf der sicheren Seite zu sein, ließ ich den Wagen von Erhard BMW Farmington Hills nochmals durchchecken und jegliche Kleinigkeiten zum kleinen US-Preis instandsetzen. Außerdem rüstete ich das einschiebbare Windschott (Teile bei bmwfans.info Preis 800,67 USD) und die Alarmanlage/DWA (Teile bei bmwfans.info Preis 431,50 USD) nach. Das eine wollte ich, das andere sollte die Versicherungsprämie senken. Alles in bester Ordnung, oder nicht?

***

Es klingelt. „Palmer Moving. We are here to pick up your vehicle.“ Da ich ohnehin meinen Hausstand in einem Container nach Deutschland brachte, hatte ich einen größeren Container geordert und für 2.000 EUR extra wurde mein BMW Z4 dann in Ann Arbor abgeholt und verschifft.

Nun begann das große Warten. Kurz vor Weihnachten kam der Wagen in Deutschland an und ich selbst war alsbald auch wieder da. Die Einfuhrabwicklung wurde von der Spedition Friedrich Kurz zu meiner vollsten Zufriedenheit abgewickelt und so wurde mir der Wagen ausgehändigt, lediglich mit der Auflage, ihn innerhalb eines Jahres nicht zu veräußern. Ansonsten hätte ich ihn verzollen müssen, was das ganze finanziell unattraktiv gemacht hätte.

Im Winter wollte ich den Wagen jedoch nicht fahren und umrüsten, sodass ich ihn erstmal einmottete und bis zum Frühjahr weiter abwartete. Zeit im Detail alles vorzubereiten und mich auf den neuen Job in Deutschland zu konzentrieren.

Ich nahm also wieder Kontakt mit dem Umrüster auf, der aber irgendwie am Telefon plötzlich nicht mehr so selbstsicher klang und dann immer schlechter zu erreichen war. Ein Termin ließ sich einfach nicht vereinbaren. Mit fühlbaren Schweißperlen auf der Stirn, musste ich mir eingestehen, dass er meinen BMW Z4 nicht in Deutschland straßentauglich machen würde.

Doch der Wagen stand vor der Haustür, die Verschiffung war bezahlt. Meine Eltern, meine Freunde, alle lobten das Auto und fragten mich, wie es weitergehe. Es gab kein Zurück. Musste ich mir die Blöße eines Fehlers nun etwa eingestehen? Was sollte ich tun? Auf dem Schreiben von BMW stand ein Satz:

„Bitte beachten Sie, dass die Spezifikation der Fahrzeuge in bestimmten Regionen der Welt verschieden sind, da die Typzulassungsanforderungen sowohl in technischer, als auch gesetzlicher Hinsicht zu erfüllen sind. Eine Umprogrammierung/ Umcodierung der Ländervarianten ist nicht möglich.“

Nun, das machte mir keine Hoffnung. Und auch Google wollte sonst niemanden finden, der mir helfen konnte.

Fortsetzung folgt.

Jan Dominik Gunkel
Geschäftsführer
Jan Dominik Gunkel ist Strategieexperte für Markterfolg in der digitalisierten Welt. Wenn wir Sie bei den Herausforderungen auf dem Weg durch die digitalisierte Welt begleiten können, sprechen Sie uns gerne an.

2 Kommentare zu “Wie mein BMW Z4 E85 3.0si aus den USA nach Deutschland kam

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